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Winter

Baum

Die Jahreszeit des Elements Wasser in der chinesischen Medizin

Wir möchten Ihnen heute gerne, passend zur Jahreszeit, den Winter und seine Bedeutung in der traditionellen chinesischen Medizin vorstellen.

Eine kurze Einführung in die Lehre der 5 Elemente

Elemente

Bild von: Benoit Stella.

Bereits vor mehreren tausend Jahren beschrieben die alten Chinesen ein medizinisches System, welches auch heute noch Gültigkeit hat. Es dient nicht nur der Behandlung von Krankheiten, sondern hauptsächlich der Vorbeugung von Krankheiten und der Stärkung der Gesundheit. Ein wichtiges Fundament dieses medizinischen Systems ist die Lehre der 5 Elemente, auch Wu Xing genannt. Die sogenannten 5 Elemente symbolisieren verschiedene Aspekte des Lebens, wie die Jahreszeiten, die Himmelsrichtungen, Farben, Emotionen, Körperorgane und Persönlichkeitsmerkmale. Die 5 Elemente, wie in der Abbildung dargestellt, sind Feuer/Sommer, Erde/Spätsommer, Metall/Herbst, Wasser/Winter und Holz/Frühling. Sie sind miteinander verbunden, es gibt Wandlungsphasen und sie beeinflussen sich gegenseitig sowohl positiv als auch negativ. Mit diesem Modell ist es den Chinesen möglich, den Menschen ganzheitlich und komplex zu erfassen: körperlich, geistig, seelisch und darüber hinaus auch in Bezug zu seiner Umwelt.

Die Bedeutung des Winters

Wir befinden uns im Winter, der Jahreszeit des Elements Wasser. Der Winter hat grossen Einfluss auf Natur und Mensch. Draussen ist es kalt und dunkel, es geht nun etwas langsamer und bedächtiger zu, wir wirtschaften sparsam mit unserer Energie. Wie die Natur, so halten auch wir die Energie tief in uns. Dieser Zustand wird in der chinesischen Medizin mit YIN beschrieben und findet im Winter seine maximale Ausprägung. Sein Gegenspieler ist YANG, welcher hell, warm, schnell ist und nach aussen gerichtete Energie verkörpert, so wie der Sommer. Er ist warm, seine Tage sind lang und er lockt die Menschen nach draussen und macht sie aktiv.

YinYgang

YingYang

Im Winter speichern wir also unsere Energie. Das dafür zuständige Organ ist die Niere. Zusammen mit der Blase (Ausscheidung) kontrolliert sie den Wasserhaushalt im Körper. Die vorherrschende Emotion im Element Wasser ist die Angst/Todesangst. Der Tod ist ebenfalls ein Thema. Dem Winter werden die Farben Blau und Schwarz zugeordnet. Der Geschmack ist salzig und die Himmelsrichtung ist der Norden.

Die Bedeutung der Niere in der chinesischen Medizin

  • Die Niere ist die Batterie des Körpers, sie speichert die Essenz
  • sie steuert die Geburt, das Wachstum, die Reproduktion und die Entwicklung
  • sie kontrolliert die Knochen, produziert Knochenmark
  • sie regiert den Wasserhaushalt
  • sie kontrolliert das Empfangen des Qi
  • sie äussert sich in der Haarpracht
  • sie zeigt sich in den Ohren
  • sie ist der Sitz der Willenskraft
  • das Tor das Vitalität befindet sich zwischen den beiden Nieren

Das Element Wasser im ausgeglichenen Zustand

Ausgeglichenheit im Element Wasser zeichnet sich durch eine grosse Willenskraft zur Erreichung von Zielen aus. Wasser repräsentiert die innere Stärke und den Glauben an sich selbst. Seine Vertreter sind loyal, sensibel, intuitiv, sie sind Philosophen und Denker. Des Weiteren zeichnen sie sich durch ihre Geduld und Introspektion aus. Sie sind sehr an Wissen, Kunst, Ethik, Religion und Philosophie interessiert.

Das Element Wasser im Ungleichgewicht

Gerät Wasser aus dem Gleichgewicht, so kann der Mensch in eine Depression verfallen, es mangelt an Motivation und Willenskraft, er wird nachtragend, zynisch und misstrauisch, emotional verschlossen, reizbar und pessimistisch.
Auf körperlicher Ebene zeigt sich das Ungleichgewicht z.B. durch Nieren- und Harnleiterentzündungen, Nierensteinen, Blasenentzündungen, kalte Füsse, Tinnitus und Osteoporose.

Ein zu viel von allem, v.a. aber zu viel Salz, zu viel Stress und über einen langen Zeitraum bestehende intensive Ängste schädigen die Niere!

Die Bedeutung der Emotionen

Wie bereits erwähnt, ist Angst die typische Emotion im Element Wasser. Die Angst bewirkt, dass das Qi im Körper rapide abnimmt und die Blase das Wasser nicht mehr halten kann, was dann z.B. die Ursache von Bettnässen sein kann. Depressionen sind sehr typische Erscheinungen in der dunklen Jahreszeit. Es ist wichtig, das so zu erkennen und sich gleichzeitig bewusst zu machen, dass es möglich ist, diesen Zustand positiv zu verändern, in dem man sich die stärkenden Eigenschaften eines anderen Elementes zu Nutze macht. So kann Freude, Lachen und die Farbe rot aus dem Element Feuer/Sommer die Niere unterstützen.

Tipps zum Wiederherstellen des Gleichgewichtes

  • Sie können Ihre Nieren und damit Ihre Lebensenergie stärken, indem Sie sich im Winter viel Ruhe gönnen z.B. früh zu Bett gehen, die wohlige Entspannung einer Massage geniessen, Yoga oder Tai Ji machen
  • Der Winter ist die Zeit, nach innen zu schauen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Themen anzugehen, die man bislang aufgestaut hat. Regelmässige Meditationen oder stimmungsvolle Musik können bei diesem Prozess helfen.
  • Wichtig, besonders im Winter, ist eine ausgewogene Ernährung, zu der viel saisonales Gemüse und Obst zählt, Müsli, bevorzugt warm, Suppen, regelmässiger Verzehr von Meeresfisch, Algen (Chlorella, Spirulina)
  • Versuchen Sie, Ihren Kaffee- und Zuckerkonsum zu reduzieren und denken Sie daran, über den Tag hinweg ausreichend Wasser zu trinken
  • Geniessen Sie einen ausgedehnten Spaziergang in der Natur
  • Lassen Sie Ihr Zuhause im warmen Kerzenlicht erleuchten
  • Umgeben Sie sich mit warmen Farben und lieben Menschen
  • In einer kinesiologischen Sitzung kann die Niere auf verschiedene Arten gestärkt werden, z.B. mit Akupressur. Basierend auf der Lehre der 5 Elemente und zusammen mit dem Muskeltest kann ein bestehendes Ungleichgewicht erkannt und auf geistiger, seelischer und körperlicher Ebene wieder in Balance gebracht werden. In einem persönlichen Gespräch werden Zusammenhänge zwischen Emotionen, Verhalten und körperlichen Symptomen aufgedeckt, verstanden und so geändert, dass Blockiertes wieder fliessen kann.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche, introspektive Winterzeit

Sandra Visser-Prinz

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